Theater des Wortes
Gerhard P. Bosche
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LN - Freitag, 16.November 2001 

Märchen als Nahrung für die Seele

von Jutta Colschen

Oldenburg - Die Zuhörer wurden zu Gefährten auf der Reise durch die Seelen.
Die Erzählkünstler Jana Raile und Gerhard P. Bosche entführten sie aus dem
Gewölbekeller der VHS in ein Reich der Geister und Toten, an glimmende
Leichenfeuer und zu Opferstätten, hin zu Königen und Prinzen, schönen Frauen
und Dämonen. Schaurig-schön, besinnlich-heiter die Geschichten aus "Kathasaritsagara".
Die Zuhörerschar war an diesem Abend gefordert, sollte Antworten geben auf die in der
indischen Sage gestellten Fragen. Alle Antworten seien richtig, behauptete Gerhard P. Bosche.
Wirklich? Gab es nicht vielmehr nur die eine Antwort, die die Künstler schon am Beginn
des märchenhaften indischen Erzählabends mit dem Oscar-Wilde Zitat lieferten,
das - wie merkwürdig - auch den Schlusspunkt setzte?
"Die Seele", so lautet es, "ist eine schreckliche Wahrheit.
Man kann sie weder kaufen, noch verkaufen, noch verschachern.
Sie kann vergiftet oder vollkommen gemacht werden.
Jeder hat eine Seele. Ich weiß es."

Neun Geschichten erzählten Jana Raile und Gerhard P. Bosche
aus der indischen Märchensammlung. Sie berührten die Seele
und sie kratzten sie an, sie warfen Fragen auf und blieben
-scheinbar- die Antwort schuldig, damit jeder selbst bei diesen
"Irrfahrten der Seele" zum Ziel kommen konnte.
Märchen als Seelennahrung. Für die beiden Erzählkünstler sind Märchen
übertragene Bilder. Und die malen sie ihren Zuhörern und Zuschauern
mit Sprache und Gestik in die Herzen.
Dass zu reichlich erzähltem Spuk auch das richtige Ambiente gehrt -
die VHS Oldenburg hatte es begriffen und schuf es.
Sogar die Getränkeliste ließ schaudern. Blutroter Wein, giftiger Sekt,
arsenhaltiger Kaffee oder Tee mit Blausäure lehrte einem beim Genuss das Gruseln.



Pressetext der Lübecker Nachrichten vom 28. Juni 2000

Bewegende Geschichten zum Thema Liebe

J. Raile und Gerhard P. Bosche überzeugten bei der ersten Kulturmatinee der VHS Oldenburg

von C. van Bruinessen

Oldenburg - Vor das Vergnügen setzen selbst Liebesg¨tter manchmal erst den Schweiß.
Bevor Jana Raile und Gerhard P. Bosche mit ihren märchenhaften Geschichten über
die schönste Sache der Welt, die Liebe, beginnen konnten, mussten erst noch Stühle
geschleppt werden. Denn statt der vom Kulturmanagement der VHS Oldenburg
erwarteten 30 Zuschauer lockten die Märchen über die Liebe und das Leben
etwa 70 Zuschauer an. (tatsächlich waren es 92, Auskunft des Kulturmanagements).
In bester Märchenonkel-, beziehungsweise -tantenmanier erzühlten Jana Raile
und Gerhard P. Bosche bewegende und erheiternde Geschichten zum Thema Liebe.
Untermalt und begleitet wurden diese Geschichten durch verschiedene Klanginstrumente,
die teilweise ebenso märchenhaft anmuteten wie die Geschichten selbst.
So hatten die beiden Künstler dann auch das Publikum schnell in ihren Bann gezogen
und bald fühlte man sich in eine Zeit zurückversetzt, als man verzückt den Geschichten lauschte,
die Oma oder Mutter zu erzählen wussten.
Aber die Märchen von der Liebe und dem Leben weckten nicht nur Erinnerungen an die Kinderzeit,
sie stimmten auch nachdenklich. So öffneten sie ein Fenster zu den innersten Fantasien
und Sehnsüchten der Zuhörer und sie erinnerten an die Wünsche und Träme, die man mit der Zeit
und dem "Erwachsenwerden" hinter sich gelassen hat, die meisten davon unerfüllt. 
So wie traditionelle Märchen enthalten auch die von Raile und Bosche vorgetragenen Geschichten eine Botschaft für die Zuhörer.
Die Geschichten von morgenländischen Prinzessinnen und armen Bauersjungen,
von verliebten Göttern und vorlauten Königstöchtern erinnerten die Zuhörer daran,
dass Zuversicht und Hoffnung, der Glaube an sich selbst, an die eigenen Möglichkeiten
und die Verwirklichung seiner Träume oftmals hilft, die Widrigkeiten des Alltags
nicht nur zu ertragen und zu überstehen, sondern das Beste daraus zu machen.
Und so schien am Ende dieser wunderschönen Märchenstunde für Erwachsene
nicht nur wieder draußen die Sonne, sondern auch in den Herzen der Zuhörer.
Das Kulturmanagement der VHS Oldenburg, das begeistert war über die enorme
Resonanz dieser erstmaligen Kulturmatinee, hat bereits ähnliche kulturelle Ereignisse,
die das Herz höher schlagen lassen und die Sinne beflügeln, geplant. In drei Wochen,
am 16. Juli wird die Schreibwerkstatt der VHS Oldenburg in einer Lesung mit Begleitmusik
eigene Werke vortragen.